TI-51-III

TI-51-III

TI-51-III

1976/1977 zündete TI ein wahres Feuerwerk an leistungsfähigen Taschenrechnern. Neben dem TI-30 und dem TI Programmer stach der TI-51-III heraus, der in den USA unter der Bezeichnung “TI-55” herausgebracht wurde. Es handelt sich um einen wissenschaftlichen Taschenrechner mit Statistikfunktionen und (allerdings bescheidener) Programmierbarkeit.

Konstruktion

Wie bei allen Taschenrechnern der sogenannten “Majestic”-Serie sind Ober- und Unterteil nur durch Schnappverschlüsse miteinander verbunden. Den wichtigsten sieht man, wenn das Batterypack entfernt ist:

Gehäuseverschluß im Batteriefach

Gehäuseverschluß im Batteriefach

Die Innenschale ist im Spritzguß-Verfahren gefertigt und trägt die Bezeichnung “Majestic Mold”, daher der Spitzname der Rechnerserie.

untere Gehäuseschale

untere Gehäuseschale

Aufbau

Innenleben

Innenleben

An Elektronik ist bereits 1977 nicht mehr viel zu finden.

Den mit Abstand größten Platz nimmt die Tastatur ein, von der 13 Anschlußdrähte zur Elektronikplatine abgehen, auf welcher sich dann CPU und Display befinden. Mit dem dreipoligen Stecker wird, verpolungssicher, der Akkupack verbunden.

Tastatur und Elektronik

Tastatur und Elektronik

Anders, als beispielsweise beim TI-30 besitzt der TI-51-III einen echten, mechanischen Schalter für die Stromversorgung, der allerdings ziemlich schwergängng ist.

Tastatur

Die Tastatur ist recht simpel ausgeführt: Sage und schreibe 40 Tasten wirken über einen Schaumstoffpuffer auf die Tastatur-Schalterplättchen, die einen deutlichen Druckpunkt mit akustischer Rückmeldung besitzen und weitgehend prellarm arbeiten. Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Tastatur nutzen läßt, ist allerdings überraschend niedrig.

CPU

Hauptplatine mit CPU und LED-Anzeige

Hauptplatine mit CPU und LED-Anzeige

Der TI-51-III nutzt seinen hauseigenen “Calculator On A Chip” TMC1503NL als CPU und Display-Treiber.

Display

LED-Anzeige

LED-Anzeige

Ab Mitte der 70er Jahre war es Stand der Technik, das LED-Display direkt auf die Platine zu setzen und die Segmente mit winzigen Verbindungsdrähten direkt mit den Leiterbahnen der Platine zu verbinden. Geschützt wird die ganze Konstruktion dann mit einer oder wie hier mit einem ganzen Satz von dicken Plastiklinsen, die für eine ordentliche Vergrößerung sorgten.

Nachteil dieser Linsen ist der recht eingeschränkte Blickwinkel, der verlangt, dass mehr oder weniger senkrecht auf die, zum Glück schrägt eingebaute, Anzeige geschat werden muß.

Um noch mehr Strom zu sparen, wird nach 30 Sekunden ohne Benutzertätigkeit das Display abgeschaltet und nur ein von Zeit zu Zeit durchlaufender Leuchtpunkt erinnert den Benutzer daran, daß der Rechner noch eingeschaltet ist. Ein Zurückholen des letzten Wertes ist dann beispielsweise mit der =-Taste möglich.

Im Fehlerfall (Überlauf, ungültige Rechenoperation) blinkt das Display.

Stromversorgung

Batterypack BP-7

Batterypack BP-7

Wie die meisten Rechner von Texas Instruments besitzt auch der TI-51-III ein sogenanntes “Batterypack”, hier vom Typ BP-7, das aus zwei Mignon-Akkus die notwendige Spannung von 9 Volt erzeugt. Die Akkus werden dabei über ein externes Wechselspannungsnetzteil mit 8,5V geladen. Während des Ladevorgangs kann der Rechner selbstverständlich genutzt werden.

Leider laufen die verbauten Akkus bei Lagerung des Rechners grundsätzlich irgendwann aus, da der Rechner auch im ausgeschalteten Zustand minimal Strom verbraucht.

Ein solches ausgelaufenes Akkupaar kann aber vom Fachmann problemlos ersetzt werden.

Innenleben des Batterypacks

Innenleben des Batterypacks

Wenn, wie hier gesehen, die Akkus bereits “ausblühen”, ist es höchste Zeit, sie zu entsorgen, da sich die Oxidation über die Kabel bis auf die Platine ausbreitet und sie damit unbrauchbar macht. Solange die Platine noch funktionsfähig ist, kann ohne Probleme ein neues Akkupaar eingebaut werden.

Elektronik kurz vor ihrem Ende: Oxidation allerorten

Elektronik kurz vor ihrem Ende: Oxidation allerorten

Ein Problem des TI-51-III ist, dass er sich mit Netzteil aber ohne Akku nicht betreiben läßt. Es soll aber genügen, anstelle des Akkus einen großen Elektrolytkondensator zu verwenden, ob das stimmt, wurde aber nicht nachgeprüft!

Rechenleistung

Der TI-51-III ist ein wissenschaftlicher Taschenrechner mit zahlreichen wissenschaftlichen Funktionen, Statistikfunktionen, Funktionen zur Umwandlung von Einheiten und sogar eine ganz rudimentäre Programmierfunktion wird angeboten.

TI-typisch wird die sogenannte “AOS”-Eingabelogik verwendet, mit der die Rechenschritte fast immer direkt so eingegeben werden können, wie sie auf dem Papier stehen.

Zubehör

Der TI-51-III wurde seinerzeit mit einem, über 160 Seiten umfassenden Handbuch angeboten - die Bezeichnung “Gebrauchsanweisung” erfüllt eigentlich schon den Tatbestand der Tiefstapelei.

Die 160 Seiten dicke "Bedienungsanleitung"

Die 160 Seiten dicke "Bedienungsanleitung"

Fazit

Aus dem fast unübersichtlich großen Taschenrechnerangebot von TI in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre ist der TI-51-III (international unter der Bezeichnung “TI-55” bekannt) ein Oberklassemodell mit einem mächtigen Funktionsumfang, das schön zeigt, dass die Entwicklung des Taschenrechners damals eigentlich bereits abgeschlossen war.

Technische Daten

Aufbau
Chipsatz / CPU Texas Instruments TMC1503NL
Tastatur 40 Tasten
Display LED, 8+2 Digits
Anzeigebereich ±1.00000000-99 ... ±9.99999999 99
Stromversorgung Spannung: 9V
Batterien: Accupack BP-7 (2xNiCD AA)
Netzgerät: AC9900
funktionale Ausstattung
Funktionen + - * / % EE 1/x √x x√y x2 yx x! π ln log 10^x ex sin cos tan arcsin arccos arctan Statistik M °F·°C D·R G·R in·mm gal·l lb·kg Prog
Eingabelogik (Klassifizierung) AOS
Rechenergebnisse
Berechnung von "1 + 0.000" 1. 
Berechnung von "0/0" Error 
Berechnung von "√(-1)" Error 
Berechnung von "(√2)2" 2. 
Berechnung von "(-1)+1" 0 
Wert von Π 3.1415926536
Forensics 9.0077265
Objekt-Details
Baujahr 1981